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Links: Fordwerke Köln, der erste Ford Taunus nach dem Krieg läuft vom Band. Foto: o.Ang., 23. Nov. 1948. Bundesarchiv Bild 183-2005-0722-512.

Rechts: Volkswagenwerk Wolfsburg, Endmontage Modell 412. Foto: Lothar Schaak, 22. Aug. 1973. Bundesarchiv B145 Bild-F040733-0002.

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Zur Einführung: Die Oldtimer-DVD von Historicmedia

 

Das Auto feiert 2011 seinen 125. Geburtstag. Anfangs eine bewunderte und manchmal auch gefürchtete Seltenheit, dann Spielzeug der Reichen, wurde es bald zum Wunschtraum für Millionen. Dieser Traum hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erfüllt. Heute ist das Auto weniger Traum und Sehnsucht als ein Alltagsgegenstand, den jeder hat und den wir zur Bewältigung des Alltagslebens einfach benötigen und benutzen. Auto-Sehnsüchte lösen heute am ehesten ganz besondere Modelle aus – und eben die Oldtimer, die so anders sind als unsere Alltagsautos.

 

Diese DVD präsentiert über 24.000 Oldtimer-Bilder, vor allem zeitgenössische Fotos, Werbung und Dokumente. Fotos von Oldtimern gibt es heute jede Menge. Im Internet findet man mehr als genug, die Schätze von stolzen Oldtimerbesitzern, zum Verkauf angebotene Oldtimer von allen Seiten abfotografiert, Bilder von Oldtimertreffen, von Oldtimerrallyes, aus Museen. Zu Zeiten der immer besser werdenden Digitalkameras und der digitalen Bilderflut sind diese Fotos zahlreicher und auch qualitativ besser denn je. Freilich: alle diese Oldtimerfotos sind selber keine „Oldtimer“, die Fotos sind neu, die fotografierten Autos wurden in ihrer Eigenschaft als „Oldtimer“ fotografiert.

 

Auf dem Flohmarkt sagte mir einmal jemand über die neuen Oldtimer-Fotos im Vergleich zu den alten, durch die wir uns dabei gerade durchwühlten: „Sie sind tot.“ Und in der Tat, die alten Fotos zeigen uns die Autos nicht als dem täglichen Leben entzogene, als Sammlerstücke hergerichtete „Oldtimer“, sondern eben als neu, als Symbol der Moderne und des Fortschritts, als etwas, das als große Veränderung in das Leben seiner Besitzer trat. Und sie zeigen die Autos zusammen mit den Menschen ihrer Zeit, für die dieses Auto zu ihrem eigenen Leben und nicht zu dem der Eltern- oder Großelterngeneration gehörte.

 

Die alten Fotos sind eben aus der Zeit „Als die Oldtimer noch jung waren“. Und das ist hier auch doppeldeutig gemeint, denn im Englischen bezeichnet „Oldtimer“ kein altes Auto, sondern einen alten Menschen. Und die Menschen, die auf den Fotos neben den Autos zu sehen sind, die sind, je nach Alter des Fotos, zum großen Teil jetzt auch „Oldtimer“ (nach der englischen Bedeutung) oder sie sind es hoffentlich doch geworden, wenn sie jetzt auch nicht mehr am Leben sind.

 

Etwa die Hälfte der Fotos auf der DVD sind private Aufnahmen aus dem Archiv des Autors. Sie demonstrieren den Stolz auf den Wirklichkeit gewordenen Autotraum. Besitzer (oder auch nur: Fahrer) und Mitfahrer posieren mit dem Ziel der Begierde, setzen sich mit dem Auto ins Bild (hierzu siehe auch das Textbeispiel Kapitel 6: Mein Auto und ich: Das Auto im privaten Foto).

 

Zu den privaten Oldtimer-Fotos aus der eigenen Sammlung (und einigen aus dem eigenen Familienalbum) kommen auf dieser DVD auch Aufnahmen von Berufsfotografen, die sich jetzt in öffentlichen Archiven befinden: das Bundesarchiv mit der Zentrale in Koblenz, die Deutsche Fotothek in Dresden, das Tropenmuseum in Amsterdam, die Library of Congress in Washington D. C., The National Archives and Records Administration in Washington D. C., The State Library of Queensland in Brisbane und The Powerhouse Museum in Sydney.

 

Die Fotos wurden für diese DVD in acht Epochen eingeteilt, deren Abfolge sich zum größten Teil an den großen Einschnitten der deutschen Geschichte – und damit vielfach auch der Automobilgeschichte in Deutschland – orientiert. Diese Einschnitte gelten, wenn auch nicht ganz so deutlich wie für Deutschland, auch für den größten Teil Europas. Epoche 1 umfasst die Anfänge des Automobils bis 1914, Epoche 2 den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918, fast alle Fotos kommen nun aus dem militärischen Bereich. Epoche 3 ist die Zeit der Weimarer Republik von 1918 bis 1933, Epoche 4 das „Dritte Reich“ von 1933 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939, Epoche 5 dann der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945.

 

Epoche 6 umfasst die direkte Nachkriegszeit bis zum beginnenden Wirtschaftswunder (1945 bis ca. 1953). Der größte Teil der verfügbaren Autos waren zunächst Vorkriegsmodelle. Epoche 7 sind die klassischen Jahre des „Wirtschaftswunders“ von ca. 1953/54 bis 1963/64. Autogeschichtlich liegt die Zäsur zur vorausgegangenen Epoche 6 für Deutschland in der Einführung der neuen Karosserieform („Ponton“) bei drei der großen deutschen Autobauer, die die alten, noch bis in die frühen 1950er Jahre weitergebauten Vorkriegskonstruktionen ablöst: bei Ford mit dem 12 M von 1952, bei Opel mit dem Olympia Rekord und dem Kapitän von 1953, bei Mercedes mit dem 180 bis 220 ebenfalls von 1953.

 

Zu Epoche 7 gehören die Autos mit den wuchernden Heckflossen der späteren 1950er Jahre, als Endpunkt auch noch die ersten Modelle, die diese Marotte wieder überwinden. Dies war vor allem der neue Ford 17 M von 1960, in der Werbung als die „Linie der Vernunft“ gepriesen, wegen seiner immer noch rundlichen Formen liebevoll die „Badewanne“ genannt. Für Epoche 8 sind dann glattere Flächen und kantigere Formen charakteristisch. Zu Epoche 8 gehören die ab ca. 1962 bis 1965 eingeführten Automodelle.

 

Fotos mit Motorrädern und mit Rennwagen werden  unabhängig von der Epocheneinteilung in eigenen Ordnern präsentiert. Hinzu kommen Werbung, Dokumente, Kleinanzeigen, Berichte und Meldungen, Glückwunschkarten, Karikaturen… Und wir begleiten die Autos auf der DVD „von der Wiege bis zur Bahre“, vom Fließband bis zum Schrottplatz. So sind doch einige neue Fotos in die DVD aufgenommen worden, die Autos – heutige „Oldtimer“ – auf dem Schrottplatz zeigen: Dornröschenschlaf oder Endstation?

 

 

Links: Oldtimer irgendwo in Bayern. Auto Union 1000 (Bj. 1959–1963), links daneben Peugeot 304 (Bj. 1978–1983)

Rechts: Kyrkö Mosse, Schweden, Autofriedhof im Wald. Ford 12 M (Bj. 1952–1956; links) und Saab 93 Bj. 1956–1959: rechts)

 

 

 

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